
Eigentlich ist Hartchrom nicht der richtige Ausdruck für dieses Verfahren, da er suggeriert, dass Hartchromschichten eine höhere Härte als Glanzchromschichten aufweisen würden. Das ist so nicht richtig, eine bessere Bezeichnung wäre Stark- oder Dickverchromen. Das liegt daran, dass bei den üblichen Härteprüfverfahren, die Diamantspitze des Prüfgerätes durch die dünne Glanzchromschicht bis in die darunterliegenden Schichten durchdringt und so die Härte des dünnen Glanzchroms nicht zum Tragen kommt.
Von Hartchromschichten spricht man schon bei Schichtstärken über 1µm bis hin zu mehreren 1000µm (mm). Solch starke Schichten sind z.B. bei Tiefdruckzylindern und Aufchromungsarbeiten wie z.B. bei Kurbelwellen und verschlissenen Maschinenteilen gängig. Die Expositionszeit kann hier schon mal mehrere Tage dauern. Im Vergleich zur Glanzverchromung unterscheidet sich der Hartchromelektrolyt durch einen höheren Chromgehalt, höhere Arbeitstemperatur, modifizierte Katalysatoren und höhere anwendbare Stromdichte. Der Gestell und Vorrichtungsbau ist beim Hartverchromen deutlich aufwändiger als beim Glanzverchromen, da hier sehr oft mit so genannten Innenanoden und Blenden gearbeitet werden muss und die Vorrichtung den benötigten Strom auch sicher und verlustfrei zum Werkstück führen muss. Dies erklärt auch den höheren Preis je nach gewünschter Schichtstärke.
Grundsätzlich lassen sich alle metallischen Substrate hartverchromen, bedingen jedoch stellenweise einer speziellen Vorbehandlung. Sprechen Sie uns hierzu bitte direkt an.
Hier noch eine Anmerkung zur EU-Altautoverordnung, WEEE und RoHS: Die Chromschicht, welche aus Chrom(VI)-haltigen Elektrolyten abgeschieden wird, unterliegt diesen Verordnungen NICHT, da metallisches Chrom keine Cr(VI)-Ionen nach den gängigen Tests eluiert.